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Feb 2010
Pro und Contra in der aktuellen Diskussion um eine Frauenquote
Die alte Diskussion um eine Frauenquote ist neu entfacht. Der Hintergrund hierzu ist nachvollziehbar, denn Unternehmen wird klar, daß die mangelnde Berücksichtigung von Frauen einen gravierenden Nachteil im globalen Wettbewerb darstellt. Dies gilt einerseits für den Kampf um die besten Talente, die geforderten weiblichen Kompetenzen für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen sowie die Gewinnung der Gunst von Geschäftspartnerinnen und Nachfragerinnen. Alles in allem: Ohne die Frauen wird die deutsche Wirtschaft im Weltmarkt Rückschläge erleiden.
Aufgrund dessen herrscht in den Unternehmen Einigkeit darüber, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen; Uneinigkeit besteht über das "Wie".

Befürwortern der Quote dauert der Prozeß, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, zu lange. Sie sehen die Vorgehensweise der freiwilligen Selbstverpflichtung als gescheitert an. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung befinden sich in den Vorständen der 100 größten Industrieunternehmen genau vier Frauen. Das entspricht einer Quote von 0,9 Prozent. Eine gleiche Repräsentation von Männern und Frauen zu erreichen würde ca. 200 Jahren dauern, wenn es so weiterginge wie bisher. Die Frauenquote würde diesen Prozeß wesentlich beschleunigen und schnell zu einer Repräsentanz der kritischen Masse von 30% führen. Einige Länder in Europa beschreiten den Weg einer gesetzlich verabschiedeten Frauenquote. Die Niederlande wollen ab 2016 für Vorstände und Aufsichtsräte eine 30-Prozent-Frauenquote vorschreiben. Frankreich hat im Januar ein Gesetz verabschiedet, nach dem in drei Jahren 20 Prozent, in sechs Jahren 40 Prozent der Aufsichtsratsmandate an Frauen vergeben sein müssen. In Norwegen gilt bereits eine 40-Prozent-Quote, Schweden und Finnland haben ebenfalls den Frauenanteil auf den Führungsetagen in den letzten Jahren deutlich gesteigert. In den anderen Ländern Europas werden ebenso Frauenquoten in Führungsgremien diskutiert. In den USA und Großbritannien hingegen werden Quoten als positive Diskriminierung angesehen, die gesetzlich schwer zu vertreten ist.

Gegner der Quote hingegen fürchten um die Leistungsorientierung bei der Stellenbesetzung in Unternehmen, ihren gestalterischen Spielraum sowie die Nachhaltigkeit. In manchen Berufssparten wie dem Ingenieurwesen ist derzeit rein quantitativ nicht genügend weibliches Nachwuchspotential vorhanden, das eine Frauenquote von 30% erfüllen könnte. Um trotzdem die Quote erfüllen zu können, müßte das Prinzip der Leistungsorientierung gebrochen werden. Im Unterschied zur Quote beschreiten Unternehmen den anderen Weg. Anstatt eine Quote vorzugeben, werden Zielsetzungen in Abhängigkeit der Verfügbarkeit von weiblichem Nachwuchs gesetzt. Beträgt der Anteil der Frauen unter den Studierenden beispielsweise 20 %, wird dies als Mindest-Zielgröße für den Unternehmensbereich festgelegt. Zusätzlich motivieren Unternehmen den weiblichen Nachwuchs schon an Schulen und Universitäten für die Wahl technischer Studiengänge. Als weiteres, wesentliches Argument der Gegner der Frauenquote wird angeführt, daß die Quote die Männer in den Unternehmen nicht dazu motiviert, die männlich geprägte Unternehmenskultur zu überdenken und damit die Attraktivität des Unternehmens für Frauen zu erhöhen.

Aufgrund der gegensätzlichen Positionen bei gleicher Zielsetzung bleibt die Diskussion um die Frauenquote und die letztendlich erfolgreichen Lösungen interessant.

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